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Event auf LinkedIn bewerben: der Leitfaden für Veranstalter

Ein volles Programm ist die halbe Miete. Die andere Hälfte ist, dass die richtigen Leute davon erfahren und selbst darüber reden. Dieser Leitfaden zeigt euch Schritt für Schritt, wie ihr euer Event auf LinkedIn bewerbt, vom ersten Hinweis bis zum Nachklang, und wo der größte Hebel liegt, der euch nichts kostet.

Tom Albrechtin· 1.
Founder bei Tindral
5 Std. ·
Ich spreche auf dem Security Summit über Zero Trust im Mittelstand. Sagt Bescheid, wenn ihr da seid, ich bin den ganzen Donnerstag vor Ort. … mehr
Speaker-Badge zum Security Summit, wie es ein Vortragender auf LinkedIn postet
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Beispiel: So bewirbt ein Speaker euer Event im eigenen Feed.

Was bedeutet Event auf LinkedIn bewerben?

Ein Event auf LinkedIn zu bewerben heißt, die passenden Fachleute vor, während und nach der Veranstaltung genau dort zu erreichen, wo sie beruflich ohnehin unterwegs sind, und ihnen einen Anlass zu geben, selbst darüber zu reden.

Das klingt simpel, doch die meisten Veranstalter schöpfen es nicht aus. Sie posten zwei Wochen vorher einmal von der Unternehmensseite und wundern sich über die stille Resonanz. Dieser Leitfaden geht die Sache anders an. Er folgt dem Ablauf eures Events, von der ersten Ankündigung Wochen vorher bis in die Woche nach dem letzten Vortrag, und zeigt an jeder Stelle, was tatsächlich Reichweite bringt und was nur Arbeit macht.

1
Vorher
Programm sichtbar machen: Ankündigung, Speaker, Badges.
2
Währenddessen
Live zeigen, was im Saal passiert, roh und schnell.
3
Danach
Teilnahmezertifikate verteilen und in Erinnerung bleiben.

Vor dem Event: früh Aufmerksamkeit aufbauen

Reichweite auf LinkedIn entsteht selten aus einem einzelnen Beitrag. Sie baut sich über Wochen auf, weil dieselben Namen und dasselbe Thema immer wieder im Feed der richtigen Leute auftauchen. Fangt deshalb früh an. Ein guter Startpunkt liegt etwa sechs Wochen vor dem Termin, mit einer schlichten ersten Ankündigung im Stil von Save the Date: Datum, Ort, worum es geht. Das ganze Programm braucht ihr dafür noch nicht.

Sobald die Namen stehen, wird das Programm selbst zum Inhalt. Statt alle Vortragenden auf einmal in eine überfüllte Grafik zu pressen, stellt ihr sie nacheinander vor, eine Person pro Beitrag, mit einem Satz dazu, warum ihr Thema auf die Bühne gehört. Markiert die Person im Beitrag. Dann sieht ihr Netzwerk die Ankündigung, kommentiert und teilt, und ihr erreicht Menschen, die euren eigenen Kanal nie abonniert hätten.

Parallel lohnt es sich, die Veranstaltung als Event bei LinkedIn selbst anzulegen. Wer zusagt, bekommt automatisch eine Erinnerung, und ihr könnt diese Zusagenden später gezielt ansprechen. Baut außerdem eine kleine Erwartung auf: ein Blick auf die Location, eine Frage, die auf der Bühne beantwortet wird, ein erster Programmpunkt, den ihr schon verratet. Jeder dieser Beiträge ist ein weiterer Berührungspunkt.

Der stärkste Hebel ohne Werbebudget: das Badge, das andere für euch posten

Alles bisher läuft über eure eigenen Kanäle und kostet euch Zeit. Der Hebel mit der größten Wirkung sitzt woanders, nämlich bei den Menschen, die bei euch dabei sind. Jeder Speaker hat ein Netzwerk, jeder Aussteller ebenso, und über keine Anzeige erreicht ihr diese Netzwerke so glaubwürdig wie über die Person selbst. Die Frage ist nur, wie ihr es den Leuten leicht macht, tatsächlich zu posten.

Dafür sind die teilbaren Badges gedacht. Ihr gestaltet einmal ein Badge im Look eures Events, mit Logo, Titel, Datum und euren Farben. Danach verschickt ihr nur noch einen Link. Wer ihn öffnet, ergänzt sein Foto und seinen Namen und lädt das fertige Bild herunter, bereit für den nächsten Beitrag. Ein Konto muss dafür niemand anlegen, und ihr gebt die Gestaltung trotzdem nicht aus der Hand, weil das Grundlayout von euch kommt.

Für Vortragende gibt es das Speaker Badge, mit dem sie ankündigen, dass sie bei euch auf der Bühne stehen. Die passende Aussage dazu bringt die Vorlage Ich spreche auf schon mit. Gäste und Aussteller, die einfach zeigen wollen, dass sie kommen, greifen zur Vorlage Wir sind dabei. Jedes Motiv gibt es quadratisch und hochkant für den Feed sowie im Story-Format für Kanäle wie Instagram, sodass für jeden Kanal ein passender Zuschnitt dabei ist.

Der Reiz für die Teilnehmenden ist echt. Sie zeigen ihrem Netzwerk, dass sie zu einem relevanten Termin gehören, und ihr bekommt Reichweite in genau den Kreisen, die ihr euch wünscht. Wenn ihr euer erstes Badge aufsetzen wollt, führt euch das Onboarding Schritt für Schritt durch die Einrichtung, vom Layout bis zum Link, den ihr verschickt.

Event-Badge im Kino-Look zum Coffee Festival
Helles Glas-Badge zum Payments Forum
Event-Badge mit großem Datum für ein Founders Meetup
Event-Badge im Magazin-Stil zur Travel Tech Expo
Comic-Pop-Badge zur GameDev Conf
Event-Badge mit warmem Verlauf zur Creator Expo

Während des Events: live zeigen, was passiert

Am Veranstaltungstag ändert sich der Ton. Jetzt zählt nicht die Ankündigung, sondern der Beweis, dass hier gerade etwas Sehenswertes läuft. Ein voller Saal, ein starkes Zitat von der Bühne, eine Reaktion aus dem Publikum. Solche Momente wirken, weil sie ungestellt sind, und sie erzeugen bei allen, die nicht dabei sind, ein leises Bedauern.

Kurze, spontane Beiträge direkt aus dem Saal sind dafür das richtige Werkzeug. Sie dürfen roh sein, schnell aufgenommen und ohne langes Nachdenken gepostet. Bittet eure Speaker und Gäste, das Event in ihren eigenen Beiträgen zu markieren; wer vorher schon ein Badge im Feed hatte, teilt jetzt umso leichter den zweiten Eindruck. Und stellt eine Person aus eurem Team ab, die an dem Tag nur fürs Posten zuständig ist, sonst geht die Aufgabe im Trubel unter. Welche Live-Momente fast immer funktionieren und wie ihr sie in Sekunden festhaltet, zeigt die Seite zum Live-Posten vom Event.

Nach dem Event: mit dem Zertifikat in Erinnerung bleiben

Nach einem guten Event wollen die Leute zeigen, dass sie dabei waren. Die meisten Veranstalter überlassen das dem Zufall. Sie schicken eine Dankesnachricht, vielleicht einen Rückblick, und danach wird es still. Dabei ist die Woche nach dem Event der Moment, in dem euer Name noch präsent ist und das Netzwerk der Teilnehmenden noch aufnahmebereit.

Ein Teilnahmezertifikat hält diesen Moment fest. Zum Anlegen und Ausstellen braucht ihr als Veranstalter ein kostenloses Konto, eure Teilnehmenden brauchen keines. Sie öffnen den Einlöse-Link, bekommen eine dauerhafte Nachweisseite und übernehmen das Zertifikat von dort in ihr Profil auf LinkedIn, in den Bereich Lizenzen und Zertifikate, an dieselbe Stelle wie ein Kurszertifikat. OneClickBadge öffnet das passende LinkedIn-Formular schon ausgefüllt, mit Name, Veranstalter, Datum und Nachweisadresse, sodass niemand etwas abtippen muss.

Der Profileintrag bleibt dauerhaft stehen, er erscheint aber nicht von selbst im Feed. Wer möchte, dass das Netzwerk davon erfährt, teilt das Zertifikat zusätzlich als eigenen Beitrag. Erst dann taucht euer Event dort noch einmal auf, diesmal mit dem Gewicht einer offiziellen Bescheinigung.

Wichtig ist, was so ein Zertifikat ist und was nicht. Es ist eure Bescheinigung als Veranstalter, dass jemand teilgenommen hat, ein Certificate of Attendance, wie es in vielen Branchen üblich ist. LinkedIn stellt dafür nur die Funktion und den Profilbereich bereit. Technisch steckt Open Badges 2.0 in der gehosteten Form dahinter. Das heißt, das Zertifikat ist über eine feste Adresse im Netz nachprüfbar, kommt mit möglichst wenig persönlichen Daten aus und lässt sich widerrufen, falls das nötig wird.

Die Kanäle im Überblick

Nicht jeder Kanal leistet dasselbe, und nicht jeder kostet gleich viel. Diese Übersicht sortiert, wofür sich welcher eignet und wie viel Aufwand dahintersteckt.

Persönliche Profile. Der reichweitenstärkste Kanal auf LinkedIn, weil Beiträge von Menschen weiter getragen werden als die einer Seite. Zweck: Nähe und Vertrauen, echte Gespräche. Aufwand gering, wenn ihr euer Team und eure Speaker mitnehmt, statt alles allein zu stemmen.

Unternehmensseite. Die offizielle Adresse eures Events, gut als verlässlicher Anlaufpunkt und für das Archiv. Zweck: Seriosität und ein Ort, auf den ihr verlinken könnt. Aufwand gering, die organische Reichweite bleibt aber meist verhalten.

Einzelne Beiträge. Das Format für die Vorstellung eurer Speaker, für Rückblicke und für Momente vom Tag. Zweck: Aufmerksamkeit über die Zeit aufbauen. Aufwand mittel, weil regelmäßig etwas Neues her muss, dafür ganz ohne Budget.

Die Eventfunktion von LinkedIn. Ein eigener Ort für Zusagen, mit automatischer Erinnerung an alle, die zugesagt haben. Zweck: Interesse sammeln und Teilnehmende direkt ansprechen. Aufwand gering im Aufbau, ihr solltet den Kreis der Zusagenden danach aber auch wirklich nutzen.

Bezahlte Anzeigen. Der einzige Hebel hier, der Geld kostet. Zweck: gezielt neue Zielgruppen erreichen, die euch noch nicht kennen. Aufwand mittel bis hoch, lohnt sich vor allem, wenn ein Ticket oder ein Abschluss am Ende steht, der die Ausgabe trägt.

KanalZweckAufwand
Persönliche ProfileNähe und Vertrauen, Reichweite über echte Menschengering
UnternehmensseiteOffizieller Anlaufpunkt und Archivgering
Einzelne BeiträgeAufmerksamkeit über Wochen aufbauenmittel
Eventfunktion von LinkedInZusagen sammeln, automatisch erinnerngering
Bezahlte AnzeigenGezielt neue Zielgruppen erreichenmittel bis hoch

Häufige Fehler, die Reichweite kosten

Ein paar Muster tauchen immer wieder auf, und sie kosten spürbar Sichtbarkeit. Der häufigste Fehler ist, zu spät anzufangen. Wer drei Tage vorher das erste Mal postet, hat keine Zeit mehr, den Aufbau wirken zu lassen. Fast ebenso verbreitet ist, alles nur von der Unternehmensseite zu posten. Die Reichweite einer Seite ist begrenzt, die Stimme einzelner Menschen trägt weiter.

Ein verbreiteter Tipp betrifft den Anmeldelink: Manche Teams setzen ihn in den ersten Kommentar und nicht direkt in den Beitrag, in der Annahme, dass der Beitrag dann weiter läuft. Ob das bei euch mehr bringt, hängt von Ziel und Zielgruppe ab, also testet beide Varianten. Verzichtet außerdem auf eine Wand aus Hashtags. Wenige, passende reichen, der Rest wirkt nur unruhig.

Und dann ist da der Fehler, den man erst hinterher merkt: nichts vorzubereiten, was andere teilen können. Wenn eure Speaker ankündigen wollen, dass sie sprechen, aber selbst eine Grafik bauen müssen, tun es die wenigsten. Gebt ihnen ein fertiges Badge und einen Link, und aus guter Absicht werden echte Beiträge. Dasselbe gilt für das Nachfassen. Ohne ein Zertifikat, das man mit einem Klick übernimmt, verpufft der Moment nach dem Event.

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Häufige Fragen

Muss ich für Reichweite auf LinkedIn bezahlen?
Nein. Der wirkungsvollste Teil braucht kein Werbebudget, nämlich eure eigenen Beiträge und vor allem die Badges, die eure Speaker, Gäste und Aussteller selbst posten. Damit erreicht ihr genau die beruflichen Netzwerke, um die es euch geht, und zwar über glaubwürdige Absender. Bezahlte Anzeigen können das ergänzen, wenn ihr gezielt Fremde erreichen wollt, aber sie sind kein Ersatz für organische Sichtbarkeit und schon gar keine Voraussetzung, um überhaupt gesehen zu werden.
Wie früh sollte ich mit dem Bewerben anfangen?
Plant grob sechs Wochen Vorlauf ein. Beginnt mit einer schlichten ersten Ankündigung, damit das Datum im Kopf hängen bleibt, und legt dann langsam nach, mit der Vorstellung eurer Speaker und ersten Einblicken ins Programm. So taucht euer Event über Wochen immer wieder im Feed auf, statt einmalig kurz vor Schluss. Bei großen Veranstaltungen dürfen es auch zwei bis drei Monate sein.
Persönliches Profil oder Unternehmensseite?
Beides hat seinen Platz, aber der Schwerpunkt liegt auf den persönlichen Profilen. Beiträge von Menschen werden auf LinkedIn deutlich weiter getragen als die einer Seite. Nutzt die Unternehmensseite als offiziellen Anlaufpunkt, auf den ihr verweisen könnt, und lasst die eigentliche Ansprache über euch, euer Team und eure Speaker laufen. Die Seite bestätigt, die Profile bewegen.
Lohnen sich LinkedIn Event Ads?
Das hängt davon ab, was am Ende eures Events steht. Wenn ihr Tickets verkauft oder etwas mit klarem geschäftlichem Wert bewerbt, können Anzeigen sinnvoll sein, um Menschen zu erreichen, die euch noch nicht kennen. Bei einem kostenlosen Event ohne Ticketverkauf tragen organische Beiträge und die geteilten Badges eurer Teilnehmenden meist weiter, als es das Budget täte. Fangt organisch an, und schaltet Anzeigen erst dazu, wenn ihr wisst, welche Botschaft ohnehin schon ankommt.