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Nach dem Event ist auf LinkedIn Sendezeit

Die meisten Veranstalter hören auf zu senden, sobald der letzte Gast gegangen ist, dabei beginnt gerade dann das dankbarste Zeitfenster: Alle Beteiligten denken noch an das Event, die Fotos liegen noch auf dem Handy, und niemand muss mehr überzeugt werden zu kommen. Dieser Leitfaden ist Teil 2 unseres Event-Playbooks. Teil 1, das Event vorher bewerben, endet am Veranstaltungstag, hier geht es um alles danach.

Der Zeitplan: von Tag 0 bis Tag 14

Nachbereitung scheitert selten an Ideen und fast immer daran, dass niemand festgelegt hat, wer wann was postet. Der Plan unten ist eine schlanke Grundlinie aus fünf gut gesetzten Beiträgen in zwei Wochen. Sie wächst mit eurem Event: Je mehr Menschen bei euch auf der Bühne standen, desto mehr Dank an Speaker gehört dazu.

ZeitpunktBeitragWorauf es ankommt
Tag 0, abendsDanke-Post mit dem stärksten Foto des TagesKurz und warm, keine Bilanz. Der Moment zählt mehr als jede Zahl
Tag 1–2Zertifikate an alle Teilnehmenden ausspielenDer Link geht per Mail raus, solange die Erinnerung lebendig ist
Tag 2–4Speaker-Dank, einzeln oder als SerieJede Person namentlich verlinken, ein konkreter Moment pro Person
Tag 4–7Recap-Post mit den KernaussagenStruktur unten. Die drei stärksten Erkenntnisse tragen den Beitrag
Tag 7–14Material nachreichen und nach vorn zeigenFolien, Aufzeichnung oder Fotoalbum, dazu der Termin der nächsten Ausgabe

Der Recap-Post: der Beitrag mit der längsten Lebensdauer

Der Recap wird noch Monate später gelesen, wenn jemand euer Event recherchiert. Entsprechend lohnt sich Struktur: ein konkreter Moment als Einstieg, die zwei bis drei Erkenntnisse, für die das Event stand, ein Dank an die Speaker und ein Ausblick. Mit „Was für ein großartiges Event!“ plus Fotocollage verschenkt ihr diesen Platz.

Das fertige Gerüst zum Übernehmen, den richtigen Einstiegssatz und die häufigsten Recap-Fehler haben wir auf einer eigenen Seite gesammelt: der Rückblick-Post mit Vorlage.

Speaker-Dank, der über euren Kanal hinaus wirkt

Der Dank an Speaker ist keine Höflichkeitsübung, er ist der reichweitenstärkste Teil der Nachbereitung. Verlinkt ihr einen Speaker namentlich und benennt einen konkreten Moment aus seinem Vortrag, stehen die Chancen gut, dass er reagiert oder den Beitrag teilt. Damit erreicht der Post sein Netzwerk, also die Zielgruppe, die euer nächstes Event kennenlernen soll. Warum dieser Mechanismus so viel stärker ist als jeder Beitrag eures eigenen Kanals, rechnet der Artikel zum Netzwerkeffekt im Event-Marketing vor.

Zwei handwerkliche Regeln: Dankt einzeln oder in kleinen Gruppen, denn in einer Zwanzig-Namen-Liste verwässert jede Verlinkung. Und lasst zwischen den Dank-Posts einen Tag Luft, dann trägt jeder Beitrag einzeln.

Das Zertifikat: der Beitrag, den eure Teilnehmenden für euch schreiben

Der unterschätzte Hebel der Nachbereitung liegt auf den Kanälen eurer Gäste. Ein Teilnahmezertifikat im Look des Events gibt jeder Person einen Anlass, selbst über die Teilnahme zu posten oder den Nachweis in ihr Profil zu übernehmen, sichtbar für ihr gesamtes Netzwerk. Ihr verschickt dafür genau eine Mail mit einem Link, den Rest erledigen die Teilnehmenden selbst.

Das Timing steht oben nicht zufällig bei Tag 1 bis 2: Kurz nach dem Event ist die Abholquote am höchsten, und jeder Profil-Eintrag verlängert eure Sichtbarkeit weit über die zwei Wochen des Zeitplans hinaus.

Beispiel eines Teilnahmezertifikats im Look des Events.

Zum Schluss: die nächste Ausgabe vorbereiten, solange alle hinschauen

Die Nachbereitung endet idealerweise mit einem Blick nach vorn. Wenn der Termin der nächsten Ausgabe steht, gehört er in den letzten Beitrag der Serie, denn nie wieder ist die Aufmerksamkeit für euer Format so hoch wie jetzt. Technisch ist das der Moment für die Kopier-Funktion: Event duplizieren, Datum ändern, und die Badges der nächsten Ausgabe sind im selben Look startklar; das Zertifikat legt ihr in der Kopie mit derselben Vorlage neu an.

Damit schließt sich der Kreis zu Teil 1: Die Bewerbungs-Phase des nächsten Events beginnt am besten, bevor die Nachbereitung des letzten ganz verklungen ist.

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Häufige Fragen

Wie schnell nach dem Event sollte der erste Beitrag stehen?
Am selben Abend oder am Folgetag. Der Danke-Post lebt von der Unmittelbarkeit, er darf unpoliert sein und braucht keine Bilanz. Alles Analytische hat im Recap ein paar Tage später seinen besseren Platz.
Was, wenn wir keine guten Fotos vom Event haben?
Dann trägt die Nachbereitung trotzdem: Der Recap lebt von Erkenntnissen, der Speaker-Dank von der Verlinkung, und das Zertifikat kommt ganz ohne Eventfoto aus. Für die nächste Ausgabe lohnt es sich, eine Person gezielt für Momentaufnahmen einzuteilen.
Gehört die Nachbereitung auf die Firmenseite oder in persönliche Profile?
Beides, mit klarer Rollenteilung: Die Firmenseite trägt Recap und Material als dauerhaft auffindbare Referenz, die persönlichen Profile des Teams tragen Danke und Speaker-Dank, weil persönliche Beiträge mehr Menschen erreichen. Der Inhalt darf sich dabei ruhig überschneiden.
Lohnt sich Nachbereitung auch für kleine Events?
Gerade dort. Bei dreißig Gästen kennt ihr fast jeden persönlich, entsprechend persönlicher wirken Danke und Recap. Und das Zertifikat funktioniert unabhängig von der Größe, der Aufwand ist bei zehn Teilnehmenden derselbe wie bei fünfhundert: eine Mail mit einem Link.